Sprache ist der Schlüssel für Bildung, Teilhabe und einen guten Start ins Schulleben. Deshalb ist es ein wichtiges Signal, dass die Landesregierung jetzt den Gesetzentwurf für verbindliche ABC-Klassen in den Landtag eingebracht hat. Ab dem Schuljahr 2028/29 sollen Kinder mit nicht ausreichenden Deutschkenntnissen frühzeitig und verbindlich gefördert werden. Dafür wird auch die Schulanmeldung vom Herbst in das Frühjahr vorgezogen. Bereits im Frühjahr 2028 sollen alle Kinder in Nordrhein-Westfalen erstmals nach einem einheitlichen Verfahren auf ihre Sprachkompetenz getestet werden.
Mir ist wichtig, dass Kinder gar nicht erst mit Nachteilen in ihre Schulzeit starten. Gerade für Familien und Bildungseinrichtungen in unseren Kommunen ist es entscheidend, dass Unterstützung frühzeitig ansetzt. Wenn Sprachförderung rechtzeitig und gezielt erfolgt, verbessert das nicht nur die sprachliche Entwicklung, sondern stärkt auch die sozialen und kognitiven Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen. Das schafft mehr Chancengerechtigkeit von Anfang an.
Dabei ist klar: Die ABC-Klassen sind keine Konkurrenz zu den Kitas, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Gleichzeitig ist entscheidend, dass die bereits gute Arbeit in den Kitas weiter gestärkt wird und Kommunen, Schulen und Träger verlässlich unterstützt werden. Für unsere Kommunen im östlichen Rhein-Sieg-Kreis ist das ein wichtiger Punkt, denn gute Bildung braucht Verlässlichkeit, Planungssicherheit und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Ich begrüße deshalb, dass das Land hier Verantwortung übernimmt und die entstehenden Kosten tragen will. Wer Chancengerechtigkeit ernst meint, muss früh handeln und darf nicht erst reagieren, wenn Kinder in der Grundschule bereits den Anschluss zu verlieren drohen. Die verbindlichen ABC-Klassen können dazu beitragen, Kindern bessere Startbedingungen zu geben und Familien, Schulen und Kitas konkret zu entlasten. Das ist ein guter Schritt für mehr Bildungsgerechtigkeit und für die Menschen in unserer Region.

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