Schließung der Geburtshilfestation in Sankt Augustin geplant - CDU Rhein-Sieg verlangt sorgfältige Prüfung

Schließung der Geburtshilfestation in Sankt Augustin geplant - CDU Rhein-Sieg verlangt sorgfältige Prüfung

Mit der beabsichtigen Schließung der Geburtsstation in der Sankt Augustiner Asklepius-Kinderklinik zum 30.06.2017 verschlechtert sich die Versorgung - insbesondere für den östlichen Rhein-Sieg - Kreis - weiter.

Nach der Schließung der Geburtsstation am Eitorfer St. Franziskus Krankenhaus vor rund drei Jahren, der Verlagerung einer zentral erreichbaren Notfallversorgung im Bereich der Neonatologie von Siegburg nach Sankt Augustin sowie der Schließung der Geburtsstation im Kreiskrankenhaus Waldbröl wird die Situation in den Berggemeinden immer kritischer. Innerhalb weniger Jahre wäre es die dritte Geburtshilfestation in der Region, die ihre Pforten schließt.

Der Betreiber „Asklepios“ beabsichtigt den ensprechenden Teil aus dem Portfolio des medizinischen Dienstleistungsangebotes am Standort Sankt Augustin zu streichen und – die Zustimmung der Kostenträger vorausgesetzt – auf Kliniken der Gesellschaft der Franziskanerinnen zu Olpe (GFO) in der Region zu verteilen. In Rede stehen hier Troisdorf, Bad Honnef und möglicherweise Bonn.

In Gesprächen zwischen Windeck und Lohmar bin ich jedoch immer wieder mit den Sorgen werdender Eltern konfrontiert. Insbesondere aus Wideck, Eitorf, Ruppichteroth oder Much sind die Wege zu den verbleibenden Geburtshilfestationen weit. Vor allem bei widrigen Wetterverhältnissen oder in Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen wird es mitunter schwierig, die Kliniken rechtzeitig zu erreichen. Hinzu kommt, dass sich die Geburten auf immer weniger Klinikstandorte konzentrieren und die vorgehaltenen Kapazitäten dort begrenzt sind. So kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass man zwar rechtzeitig eine der genannten Kliniken erreicht, dort aber gerade alle Kreissäle belegt sind.

Nach Angaben der Bezirksregierung sei das Prüferfahren zur beabsichtigten Schließung soeben erst eingeleitet worden. Der Sprecher der Bezirksregierung ließ jedoch in einem Bericht des Bonner Generalanzeigers vom 8.12.2016 verlautbaren, dass die Versorgung für die Region, Bonn, Euskirchen und Rhein-Sieg nach den Maßstäben des Krankenhausbedarfsplans gesichert sei.

Für mich und die CDU Rhein-Sieg ist diese Einschätzung so nicht nachvollziehbar! Aus unserer Sicht ist der geplante Wegfall der Kapazitäten im Bereich der Neonatologie in Sankt Augustin sehr kritisch zu sehen: Einerseits mit Blick auf die vorhandenen, heute schon begrenzten Kapazitäten in den umliegenden Krankenhäusern, anderseits im Hinblick auf die besondere Situation am Standort in Sankt Augustin, wo man vor allem auf die Behandlung und Versorgung von Risikogeburten bestens vorbereitet ist.

Die geplante Schließung muss deshalb sorgfältig und kritisch geprüft werden. Hier steht die Landesregierung in der Pflicht: Von zuständigen Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen) wollen wir u.a. wissen:

•             Können die in Sankt Augustin wegfallenden Kapazitäten an anderen Standorten der Region aufgefangen werden oder sind dort oder anderswo Erweiterungen nötig?

•             Sind seinerzeit Landeszuschüsse in Richtung der Asklepios-Klinik geflossen, um Bau und Betrieb der Geburtsstation in Sankt Augustin zu gewährleisten?

•             Falls ja, unterliegen diese Zuschüsse möglicherweise einer vertraglichen Bindung, die über den 1.7.2017 hinausreicht?

•             Gibt es innerhalb des Krankenhausbedarfsplans bei der Vorhaltung von Geburtshilfekapazitäten regionale Abgrenzungskriterien bzw. Vorschriften, innerhalb welcher Radien diese Kapazitäten vorgehalten werden müssen?

•             Wie sehen darüber hinaus die qualitativen Anforderungen an die Neonatologie aus?